Ist die Verfolgung eines Diebs gesetzlich unfallversichert?

Auf diesen Unterschied kommt es an: Wer einen Dieb verfolgt, um diesen der Strafverfolgung zuzuführen, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Verfolgt der Bestohlene den Dieb, um seine Sachen wiederzubekommen, ist er nicht gesetzlich unfallversichert. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Hessischen Landessozialgerichts vom 11. März 2019 (AZ: L 9 U 118/18).

 

Arbeitsunfall bei Verfolgung eines Diebs?

Der Mann fuhr nach Barcelona, um an einer Tagung teilzunehmen. Nach dem dienstlichen Teil ging er mit Kollegen in eine Bar. Wie auf Dienstreisen manchmal üblich, machte man sich erst gegen fünf Uhr morgens auf, um zum Hotel zurückzukehren. Auf dem Rückweg wurde dem Mann das Portemonnaie gestohlen. Er verfolgte den Täter, wurde aber von einer weiteren Person zu Fall gebracht. Dabei brach er sich das Radiusköpfchen am Ellenbogen.

 

Für die Berufsgenossenschaft war das kein Arbeitsunfall. Weil der Arbeitnehmer nach der Tagung noch in der Bar war, entfiel für den Rückweg der Versicherungsschutz. Auch habe er den Unfall bei der Verfolgung des Diebs erlitten. Die Klage des Manns war erfolglos.

 

Arbeitsunfall: Kein Schutz bei Verfolgung eines Diebs im Eigeninteresse

Um als Arbeitsunfall anerkannt zu werden, fehlt dem Unfall der Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. Zwar sind Beschäftigte während einer Dienstreise auch auf dem Rückweg vom Tagungsort zum Hotel unfallversichert. Verfolgt ein Versicherter auf diesem Weg jedoch einen Dieb, um seine gestohlene Geldbörse zurückzubekommen, entfällt der Schutz der Unfallversicherung. Der Arbeitnehmer widmet sich dann rein persönlichen, von seinen betrieblichen Aufgaben nicht mehr wesentlich beeinflussten Belangen.

 

So war es auch hier: Der Versicherte verfolgte den Täter nicht, um ihn der Strafverfolgung zuzuführen. Das sei der Unterschied, so die DAV-Sozialrechtsanwälte: In dem Fall käme ein Versicherungsschutz wegen "der Verfolgung eines Straftäters im allgemeinen Interesse" in Betracht.

 

Quelle: www.dav-sozialrecht.de

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